Häufige Fragen
Berufsunfähigkeitsversicherung
Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann Ihnen eine vereinbarte monatliche Rente zahlen, wenn gesundheitliche Einschränkungen die Voraussetzungen Ihres Vertrags erfüllen. Maßgeblich ist grundsätzlich Ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit vor der Beeinträchtigung.
Rentenhöhe, Leistungsdauer und genaue Voraussetzungen stehen im Vertrag. Eine Krankschreibung allein bedeutet noch keine anerkannte Berufsunfähigkeit.
Quelle: § 172 VVG.
Für wen kommt eine Berufsunfähigkeitsversicherung infrage?
Die Frage ist besonders relevant, wenn Sie Ihren Lebensunterhalt durch Ihre Arbeitskraft finanzieren möchten. Auch während Schule, Ausbildung oder Studium lohnt es sich, den späteren Bedarf einzuordnen.
Klären Sie zunächst: Welche laufenden Ausgaben müssten gedeckt werden? Welche Absicherung besteht bereits? Welcher Beitrag bleibt dauerhaft tragbar? Bei Schülern und Studierenden muss außerdem klar sein, welche Tätigkeit der Vertrag im Leistungsfall bewertet.
Welche Leistung ist bei Berufsunfähigkeit vereinbart?
Im Mittelpunkt steht die vertraglich vereinbarte BU-Rente. Ob zusätzlich die Beitragszahlung entfällt und welche weiteren Leistungen gelten, ergibt sich aus den Bedingungen.
Prüfen Sie vor dem Abschluss insbesondere die Rentenhöhe, das Leistungsende, den erforderlichen Grad und die voraussichtliche Dauer der Berufsunfähigkeit sowie mögliche Ausschlüsse. Diese Merkmale dürfen nicht aus der Bezeichnung eines Tarifs abgeleitet werden.
Quelle: § 172 VVG.
Was beeinflusst den Beitrag?
Der konkrete Beitrag wird für Ihre gewünschte Absicherung und Ihre persönlichen Angaben ermittelt. Vergleichen Sie Angebote deshalb mit derselben Rentenhöhe, Laufzeit und denselben Leistungsbedingungen.
Bei einem Angebot mit vergünstigter Startphase sollten Sie auch die späteren Beiträge prüfen. Die LVM beschreibt für junge Menschen eine solche Startphase; die für Sie geltenden Beträge stehen im individuellen Angebot.
Quelle: LVM Berufsunfähigkeitsversicherung, Startphase und individueller Preis. Stand: 26.10.2026.
Wie wird Berufsunfähigkeit festgestellt?
Der Versicherer prüft die gesundheitlichen Einschränkungen zusammen mit Ihrer konkreten Tätigkeit und den Vertragsbedingungen. Entscheidend ist, welche Aufgaben Sie vorher ausgeübt haben und welche davon noch möglich sind.
Ärztliche Befunde und eine verständliche Tätigkeitsbeschreibung helfen dabei. Die genaue Leistungsschwelle und der maßgebliche Zeitraum müssen im jeweiligen Vertrag geprüft werden; sie sind keine für alle Tarife identische gesetzliche Prozentregel.
Worauf kommt es beim Tarifvergleich an?
Vergleichen Sie die konkreten Bedingungen und nicht nur Preis oder Tarifnamen. Hilfreiche Prüfpunkte sind:
- Welche Tätigkeit wird im Leistungsfall betrachtet, und wie ist eine Verweisung geregelt?
- Bis wann besteht Schutz, und welche Ausschlüsse gelten?
- Wie können Rente und Beitrag später angepasst werden?
- Welche Voraussetzungen und Fristen gelten für eine Erhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung?
Was tue ich bei einer möglichen Berufsunfähigkeit?
- Nehmen Sie frühzeitig Kontakt zu Ihrem Versicherer oder Ihrer Agentur auf und klären Sie den Meldeweg.
- Beschreiben Sie Ihre bisherige Tätigkeit und die gesundheitlich bedingten Einschränkungen.
- Stellen Sie die erforderlichen Unterlagen zusammen und behalten Sie Kopien sowie vereinbarte Fristen im Blick.
Medizinische Unterlagen gehören auf einen abgestimmten Übermittlungsweg. Erst die Prüfung klärt, ob und in welchem Umfang ein Leistungsanspruch besteht.
Grundlage für erforderliche Auskünfte und Belege: § 31 VVG.
Wie unterscheidet sich die BU von anderen Absicherungen?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung betrachtet die versicherte berufliche Tätigkeit. Eine private Unfallversicherung knüpft dagegen an einen Unfall oder ein vertraglich gleichgestelltes Ereignis an. Sie decken damit unterschiedliche Risiken ab.
Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente richtet sich grundsätzlich nach der verbleibenden Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und zusätzlichen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen. Sie ist nicht mit einer privaten BU-Rente gleichzusetzen.
Quellen: § 172 VVG, § 178 VVG und § 43 SGB VI.
Kann ich den Schutz später anpassen oder wechseln?
Eine vereinbarte Dynamik oder Nachversicherung kann Anpassungen ermöglichen. Dafür gelten die Voraussetzungen, Fristen und Grenzen Ihres Vertrags. Eine Erhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung ist daher kein uneingeschränktes Recht.
Bei einem Wechsel müssen die Annahmebedingungen des neuen Vertrags geprüft werden. Klären Sie den neuen Schutz verbindlich, bevor Sie bestehenden Schutz aufgeben. Besprechen Sie außerdem, ob eine Anpassung des vorhandenen Vertrags ausreicht.
Quelle zu den LVM Anpassungsmöglichkeiten: LVM Berufsunfähigkeitsversicherung. Stand: 26.10.2026.
Warum kann eine BU-Leistung abgelehnt werden?
Mögliche Gründe sind, dass die vereinbarten Leistungsvoraussetzungen nicht erfüllt sind oder ein vertraglicher Ausschluss greift. Fehlende Unterlagen können die Prüfung erschweren. Unrichtige oder unvollständige Antworten auf die Gesundheits- und Risikofragen beim Antrag können ebenfalls Folgen haben; diese hängen vom Einzelfall und den gesetzlichen Voraussetzungen ab.
Lassen Sie sich eine ablehnende Entscheidung schriftlich begründen. Prüfen Sie die Begründung zusammen mit Vertrag und Unterlagen und holen Sie bei Bedarf unabhängige rechtliche Beratung ein.
Diese Antworten geben eine allgemeine Orientierung. Maßgeblich sind Ihr Vertrag und die zugehörigen Bedingungen.
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